KOLPINGSFAMILIE FEIERT KARNEVAL

Lokalgrößen bekommen in Glandorf ihr Fett weg

Von Niklas Golitschek

Elferratssitzung der Kolpingfamilie Glandorf in der Ludwig-Windhorst-Schule. Es singen die Black Stars. (Foto: Niklas Golitschek)

 

 

Glandorf. Glandorf Helau! Der Narrenruf hallte am Freitag- und Samstagabend durch die alte Turnhalle der Ludwig-Windthorst-Schule. Oder besser gesagt: Spaßarena, wie Moderator Frank Andiel sie umbenannte.

Für die ausrichtende Kolpingsfamilie war die Elferratssitzung in diesem Jahr gleichzeitig auch ein Jubiläum. Bereits zum 25. Mal fand sie in besagter Spaßarena statt. „Das ganze Dorf freut sich darauf. Es ist eines der Jahreshighlights“, hob Norbert Hagedorn, Vorsitzender der Kolpingsfamilie die Bedeutung der Veranstaltung hervor. Was die Glandorfer Elferratssitzung so besonders und einzigartig macht? Da muss Hagedorn nicht lange überlegen. Jahr für Jahr werde alles vor Ort organisiert – alles ehrenamtlich –, die meisten seien auch Kolpinger. Doch allein durch den Lokalbezug füllt sich noch keine Turnhalle. „Die Qualität der Veranstaltung und der Präsentationen wird honoriert“, ist der Kolping-Vorsitzende überzeugt. 

 

Statler und Waldorf

Die Glandorfer Karnevalisten stellten ein Programm auf die Beine, das in der Breite ebenso wie im Einzelnen überzeugte. Am Konzept mussten sie dabei nicht allzu viel ändern. „Die Handgriffe sind immer die gleichen“, sagte der Vorsitzende. Wie gewohnt führte Andiel – dieses Mal als Kermit der Frosch verkleidet – durch den Abend. Für bissig-zynische Zwischenrufe zeichneten Carsten Dieckhoff und Antonius Soetebeer als die Opas Statler und Waldorf, ebenfalls bekannt aus der Muppet-Show, verantwortlich.

Carsten Dieckhoff und Antonius Soetebeer als Opas aus der Muppet-Show. (Foto: Niklas Golitschek)

 

 

Dem Publikum gefiel das Gebotene offensichtlich. Zwar waren die Verkleideten in der Minderheit, doch gut gelaunt rissen auch die in Zivil gekommenen bei jedem Helau die Arme in die Höhe, klatschten im Takt mit und spendeten lauten Beifall. Etwa für den politischen Rundumschlag von Martin Peters. Links-Fraktionsvorsitzende Sahra Wagenknecht als Luxuspflegerin Oscar Lafontaines, Gesundheitsminister Jens Spahn als Thrombosestrumpf der CDU und Martin Bäumer als Rotkäppchens Bruder; der Landtagsabgeordnete für den Wahlkreis Georgsmarienhütte bekam in gleich mehreren Auftritten für seine drastischen Aussagen zum Umgang mit dem Wolf sein Fett weg. Damit müsse man umgehen können, meinte Glandorfs Bürgermeisterin Magdalene Heuvelmann, als gebürtige Niederrheinerin selbstverständlich Jeckin. „In meinem ersten Jahr als Bürgermeisterin wurde mein Wahlkampf auf die Schippe genommen“, erinnerte sie sich. Man müsse auch über sich selbst lachen können. „Es geht hier auch nicht unter die Gürtellinie“, fand sie.

 

 

Humorvoller Lokalbezug

Was die Glandorfer Elferratssitzung besonders macht, ist der Lokalbezug. Von den Schnatterhexen bekam Krippenbauer Bernd Philippskötter ein eigenes Lied spendiert, die besangen außerdem das Verkehrschaos zur Landesgartenschau in Bad Iburg. Das humorvolle Duo Luisa und Martina nahm auch den im vergangenen Jahr verabschiedeten Pastor Ulrich Müller mit Hund Rico aufs Korn. Zwischen solchen Auftritten gab es mit Tanzeinlagen wie von den Starlights oder Flashfire + Chucks leichte Unterhaltung. 

 

Die Hände zum Himmel: Das Publikum ging mit. (Foto: Niklas Golitschek)

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